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Am 1. Mai wird unser MTG-Stadion zum Michael-Hoffmann-Stadion

Am 4. September 2013 verstarb Michael Hoffmann – langjähriger Abteilungsleiter der Leichtathletik-Abteilung der MTG Mannheim und DIE Seele der MTG-Leichtathletik. Seine Verdienste um die Leichtathletik in Mannheim und besonders um die sportliche und menschliche Erziehung vieler tausend Kinder und Schüler waren immens.

Am 1. Mai wird dem Macher der MTG-Leichtathletik nun "sein" Stadion gewidmet. Aus dem MTG-Stadion wird das "Michael-Hoffmann-Stadion".

Der Festakt ist eingebettet in die traditionelle Bahneröffnung. Die Wettkämpfe beginnen um 10 Uhr. Ab 12.30 Uhr ruht der Sportbetrieb für eine halbe Stunde für die feierliche Umbenennung des Stadions in "Michael-Hoffmann-Stadion".

Wir freuen uns, wenn neben den geladenen Gästen aus Politik und Sport auch zahlreiche Gäste und Freunde der MTG-Leichtathletik zu Michael Hoffmanns Ehren am 1. Mai ins Stadion der MTG Mannheim kommen.

Text: Bettina Schardt, Foto: Roth

 

Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung 2014

 

EinladungVorlage Satzungsnderungen2014

Ein sehr persönlicher Nachruf für Michael Hoffmann

Ein sehr persönlicher Nachruf für Michael Hoffmann

Rede von Rüdiger Harksen bei der Beerdigung am 11. September 2013

 

Liebe Frau Hoffmann, liebe Familie und Angehörigen, liebe Trauernde

Seit dem vergangenen Mittwoch ist die Welt der MTG Mannheim eine andere geworden. In der Nacht zum 4. September schlief Michael Hoffmann, ich darf fortan Michel sagen, für immer friedlich ein. Unfassbar, unfähig, das Geschehene zu begreifen, trauern wir fortan um einen einmaligen und liebenswürdigen Menschen.

Michel hat ein Lebenswerk geschaffen, einen pädagogisch unendlich wertvollen Beitrag zur Entwicklung und Erziehung ganzer Generationen geleistet. Er hat die MTG Nachwuchsleichtathletik zu einer Vorzeigeabteilung für ganz Deutschland entwickelt, und dies nicht nur in der Anhäufung sportlicher Erfolge oder Medaillen. Vielmehr hat er SEINE Leichtathletik gelebt, das war natürlich Training und Wettkampf, aber AUCH und VIELMEHR die Erziehung der Kinder und Jugendlichen in der Vermittlung von sportlichen Werten wie Fairness, Loyalität, Teamgeist, soziales Verhalten und gegenseitiger Respekt.

Wie zwischenzeitlich auch in einigen sozialen Netzwerken zu lesen stand, sein Auto mit dem Ludwigshafener Kennzeichen wird künftig vor der Halle fehlen.

Oder, wie die Mutter eines von Michel trainierten Kindes auf facebook postete, der MTG wird künftig das M fehlen, das M für Michel.

Oder, wie es die Tennis - Abteilung der MTG auf ihrer homepage formulierte “Mit Dir verlieren wir das Herz der MTG“.

Dabei kehrte er einige Tage vor seinem Tod erst aus seinem Urlaub zurück, er war mit seiner geliebten Mutter , die in seinem Leben der ganz große Rückhalt war, unterwegs, er wollte ihr Orte zeigen, die er als Trainer und Organisator für Trainingslager und Freizeiten ausgewählt hatte. Er sagte zu mir kurz vor seiner Abreise, das ist vielleicht das letzte Mal, dass ich mit meiner Mutter so eine Reise machen kann. Er hatte Recht, es war SEINE letzte Urlaubsreise.

Er kehrte bestens gelaunt und entspannt aus seinem Urlaub zurück. Michel war immer Visionär gewesen. Viele seiner Sätze begannen mit „könnsch du dir vorstelle dass….“ und wiesen auf Projekte für die Zukunft hin. Er hatte große Pläne mit SEINER MTG – seit 1. Dezember letzten Jahres im Vorruhestand - nahm er voller Tatendrang die Kinder-Talentiade - Woche am vergangenen Montag in Angriff, doch er konnte sie nicht vollenden.

Aber wie können Tote tot sein, wenn sie in unseren Herzen weiterleben!

Ich traf Michel das erste Mal bei den deutschen Diözesanmeisterschaften 1969 in Augsburg, wir starteten damals als Jugendliche beide für einen DJK Verein, er in Ludwigshafen, ich in Hockenheim. Weiter führte unser Weg zur Uni Heidelberg zum gemeinsamen Sportstudium, Michel einige Semester höher als ich. 1975 wechselte er – inzwischen als Trainer - mit seiner Jugendtrainingsgruppe u.a. mit den Rizzi – Zwillingen vom LAZ Rala Ludwigshafen über den Rhein zur MTG Mannheim.

Das war die Geburtsstunde der Erfolgsgeschichte der MTG Mannheim. Er erweckte die MTG, wie Michael Manke – Reimers es formulierte, aus dem Dornröschenschlaf, gründete sukzessiv Kinder-Schüler- und Jugendtrainingsgruppen, sein erster großer sportlicher Erfolg als Trainer stellte sich 1981ein, als seine Zehnkampfmannschaft mit Christian Maichle, Harald Haubitz und Georg Manke – Reimers deutscher Jugendmeister wurde. Im gleichen Jahr wurde Andreas Rizzi deutscher Zehnkampfmeister bei den Männern.

Zwischenzeitlich nahm Michel seine Sportlehrertätigkeit am Mannheimer Ludwig-Frank-Gymnasium auf.

1988 übernahm er in Ergänzung zu seiner Lehrertätigkeit die Stelle des Betriebsstellenleiters für die neu errichtete Mannheimer Leichtathletikhalle des Olympiastützpunktes, angesiedelt bei der Stadt Mannheim, für dessen Fachbereich 52 ich hier mitsprechen darf. Nun sollte es für Michel richtig losgehen.

Sein Arbeitsstil war untypisch. Wenn andere Feierabend machten war bei ihm Halbzeit. Er arbeitete fast täglich bis spät in die Nacht in seinem Büro in der Leichtathletikhalle. Er leistete an 14 und mehr Arbeitsstunden täglich ALLEINE die Arbeit von mehreren. Delegieren war ihm ein Fremdwort, es konnte ihm sowieso keiner recht machen. Sein Büro und Schreibtisch sahen chaotisch aus, ABER er beherrschte sein Chaos perfekt. Er fand jede Rechnung, jeden Beleg, jedes Protokoll auf Anhieb.

Seine sportlichen Erfolge als Trainer füllen eine eigene, nicht zu erfassende Statistik. Er entdeckte Talente, vermittelte ihnen in den Schülerklassen das ABC der Leichtathletik. Alle mussten auch die Grundschule der Wurfdisziplinen -sein Steckenpferd- durchlaufen. Namen wie Andreas und Thomas Rizzi, Jerome Crews, Patrick Domogala oder Shanice Craft seien nur beispielhaft genannt. Das Charakteristische und Einmalige an Michels Arbeit aber war, dass er seine Talente, wenn sie den nächst höheren Altersbereich erreichten, an den Folgetrainer abgab. Er wollte sich nicht weiter profilieren, sondern immer wieder mit neuen Talenten, die er als solche erkannt hatte, anfangen. So entwickelte er ganze Generationen künftiger deutscher Meister und internationaler Medaillengewinner.

Seine große Leidenschaft war das Bilden von Mannschaften und Staffeln, er kultivierte diesen Teamgedanken in der Individualsportart Leichtathletik und machte sie zum Mannschaftssport. In über 30 Jahren wurden unzählige deutsche Mannschaftsmeister - Titel gewonnen, die Krönung und das größte Geschenk zu seinen 60. Geburtstag war vor 2 Jahren der Gewinn der deutschen Mannschaftsmeisterschaft seiner Jugendlichen vor dem Erzrivalen Bayer Leverkusen. Oft kam er Montags nach einem erfolgreichen Wettkampfwochenende stolz in mein Büro mit dem Spruch „ dännä hawä mas mol awa widda gezeigt“.

Doch nur herausragende sportliche Erfolge zu bilanzieren wird Michels Wirken und Schaffen nicht gerecht. Seine Lebensleistung war umfassender, wertvoller und bleibt nachhaltig wirkungsvoll

  • Er verschaffte im Laufe der Jahrzehnte tausenden von Kindern und Jugendlichen eine sportliche Heimat in seiner MTG

  • Er organisierte Ausflüge, Trainingslager, Freizeiten, wer denkt nicht gerne an die Skifreizeiten in Les Arc oder Obernberg zurück

  • Er befähigte viele seiner Schützlinge zur Übungsleitertätigkeit

  • Er begeisterte Eltern für den Verein, ganze Elterngenerationen gewann er fürs Kampfrichterwesen oder als Helfer für seine Sportfeste

  • Er war ein Meister der Organisation von nationalen und internationalen Wettkämpfen und Meisterschaften (ohne Michel hätten wir keine 20 Ausgaben der Internationalen Juniorengala gestemmt). Ich erinnere auch an die 100 Jahr Feier der MTG im Jahr 1999, als er ein Festival auf die Beine stellte, das einmalig war in der Vereinsgeschichte

  • Jugend trainiert für Olympia liebte er über alles, der Pädagoge und Lehrer in ihm war kein Beruf sondern Berufung

  • Das beharrliche Suchen nach Talenten in der Region verfolgte er mit missionarischem Eifer, die vielen Schulkooperationen sind sichtbarer Beleg hierfür

  • Ihm ging es um mehr als nur die Leichtathletik im Verein, für ihn stand immer der GESAMTE Verein MTG, für den er auch einige Jahre im Vorstand und Verwaltungsrat tätig war, im Vordergrund. Er hat immer dazu beigetragen und geholfen, dass ALLE Abteilungen im Verein ihre sportliche Heimat und Zufriedenheit fanden. Er war der erste und einzige, der einen MTG – Gesamtvereinsausflug ins Leben rief und jahrelang organisierte.

Michel war auch engagiert im Vorstand der Sportkreisjugend Mannheim als Vertreter der Fachverbände und hat sämtliche Maßnahmen Schule und Verein koordiniert. Ausgezeichnet wurde er als verdiente Persönlichkeit des Mannheimer Sports, doch das war ihm nicht so wichtig. Wenn es um Bilder für Zeitungsberichte ging, blieb er stets im Hintergrund.

Michel war aber auch ein geselliger Genussmensch, ein echter Pfälzer eben. Er wollte die Menschen teilhaben lassen an seiner Begeisterung für die Pfalz, Gemütlichkeit und Geselligkeit. Menschen, die in sein Leben traten, wurden angesteckt von seinem freundlich – offenen Wesen, er war für jeden präsent, vom kleinen Schüler, über den Olympioniken bis zum Seniorensportler, sein Spruch war immer, „ die gehören alle dazu“.

Beim Fällen von Entscheidungen sagte er selten spontan ja oder nein, das war der Tatsache geschuldet, dass er keinen verletzen oder benachteiligen wollte. Bescheiden und bodenständig blieb er immer ein Gutmensch, ein Familienmensch, er war die personifizierte und gelebte Nächstenliebe, sozial Schwächeren zu helfen war für ihn ein Muss.

Ich bin mir sicher, hier nur einen Auszug aus der einmaligen Schaffenskraft von Michael Hoffman wiedergegeben zu haben.

„Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinein gibt, geht nie verloren“, sagte Albert Schweizer.

Michel, wir werden dich nie vergessen, aber mit Sicherheit immer vermissen.

Wir werden versuchen, dass sich die Zahnräder der MTG Mannheim in der Zukunft in Deinem Sinne weiterdrehen.